Mir kommt's hoch, ich glaub ich muss Kacken!

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Wer meine Blogs kennt weiß auch, dass mein Schreibstil durchwegs fäkallastig zu Papier kommt. Ich behandle ein Thema, welches in der Bevölkerung als sehr intim betrachtet wird, ausgesprochen direkt und ohne große Umschweifungen und nenne die Scheisse beim Namen. Warum auch nicht? Schließlich wird geschissen und gebrunzt, dass einem die Kanalarbeiter nur leid tun können.

 

Auch in meinem folgenden Text geht es nicht um kotfreie Tagesabläufe, sondern um solche, in denen das Kacken eine genau so große Rolle spielt, wie das Atmen und Fressen. Wie das Leben halt so spielt (um Floskeln zu vermeiden!).

 

Und so schüttete ich mir den sechzehnten Schnaps die Kehle runter und hoffte, nicht das Bewusstsein zu verlieren. Das Sprechen viel mir schwer und der Tunnelblick erlaubte es mir nicht mehr, das Gelächter, die tanzenden Menschen und die vollen Aschenbecher um mich herum wahrzunehmen. Ich wollte nur noch heim, heim zur Omi.

 

Ohne mich zu verabschieden krachte ich durch den schmalen Gang ins Freie und holte tief Luft. Das Gehirn arbeitete unglaublich langsam. Nach jeder Kopfbewegung dauerte es einige Sekunden, bis sich meine Sehkraft auf „scharf“ stellte. Ich war besoffen wie ein Japaner auf dem Oktoberfest. Knalle zu, bis oben hin.

 

Ich erinnere mich nicht mehr ob es kalt war oder nicht. Welche Gedanken mir durch den Kopf gingen, ob mir überhaupt noch Gedanken durch den Kopf gingen. Heimgebracht hat mich einzig und allein der animalische Instinkt und dieser war es dann auch, der mir vermittelte, dass ich kurz vor dem Verhungern sei.

 

Was kocht man, wenn man zu ist wie Keith Richards auf seiner eigenen Hochzeit? Richtig, Pizza!

 

Nachdem ich, im Bad hängend, meinen Kopf  9 Minuten in klirrend kaltes Wasser hielt um unter keinen Umständen einzuschlafen (und somit einem nächtlichen Feuerwehreinsatz vorzubeugen), servierte ich mir die Pizza selbst ans Bett. Ich schaltete den Fernseher ein und vergaß für einen Moment auf die drei Promille Alkohol, welche in meinem Blutkreislauf auf ihren Showauftritt warteten.

 

Ich beugte mich von der Bettkante und wollte mir gerade die erste Schnitte in mein Mahlwerk schieben, da meldete sich mein Promillespiegel eindringlich zu Wort. Ich konnte die Pizza nicht einmal mehr ansehen. Der Thunfisch, die Pilze, der Schinken – igitt, wie kann man so etwas nur essen? Ein grausiges ekelerregendes Gefühl machte sich in meinem Magen breit und so versank ich in meinem aufgeschüttelten Kopfpolster. Ich weiß nicht mehr ob ich eingeschlafen bin oder bewusstlos wurde, auf jeden Fall war ich für einige Zeit weggetreten und als ich wieder aufwachte, blinzelte mein Mageninhalt bereits aus meinen Mundwinkeln.

 

Ich sprang aus dem Bett und beschleunigte – selbstverständlich – mit meinem ersten Schritt aus der noch nahezu unberührten Quattro Stagione in Richtung WC. Der erste Schwall ging voll in die Schüssel und der Zweite auf die Innenseite des Deckels. Ich klammerte mich, als ob ich über einem tausend Meter tiefen Abgrund hinge, in unserem zwei Quadratmeter großen Feuchtraum, ans Klo.

 

Die Mengen, welche mein Mund ins Freie zu liefern vermochte, reichten aber nicht aus und so meldete sich mein Magen-Darm-Trakt auch zu Wort. Jetzt war ich wirklich in einer verzwickten Situation.

 

Sollte ich mir jetzt in die Hose Scheissen, nur um beim kotzen in die Schüssel zu treffen oder sollte ich in die Schüssel scheissen um mir auf die Hose zu kotzen?

 

Was macht man in so einem Moment? Wie soll man hier, in Bruchteilen von Sekunden, das geringere Übel ausmachen?

Ich entschied mich für Variante zwei. Ich riss mir die Hose von der Taille und schwang meinen strammen Hintern auf die Brille. Danach kotzte ich mir auf die Knie, die Boxershort, die Hose und den Kloteppich.

 

Am nächsten Morgen fragte mich meine Großmutter, wo denn ihr geliebter Kloteppich sei. Da ich natürlich nichts von meinem nächtlichen Klo-Spektakel erzählen wollte, antwortete ich: „Welcher Kloteppich? Da lag doch keiner, schon seit 3 Tagen nicht!“ – „Denn muss mir wohl jemand aus dem Waschraum gestohlen haben.“ – antwortete meine Oma selbstzweifelnd.

 

Was lernt uns diese Geschichte? Hin und wieder muss man Lügen, damit Freunde Freunde bleiben.

 

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