
Ich lass es sein!
Ein Versprechen, welches man an sich selber richtet.
Das eine und individuelle Leben das man lebt, nicht mit den Füssen zu treten. Das zu foltern, was die Grundlage des Seins darstellt und jenes zu missbrauchen, auf dessen Funktionalität man vom ersten bis zum letzten Atemzug vertrauen sollte.
Die Rede ist vom „ICH“ in Form des Geistes und in Form des eigenen Körpers.
Wie bringen wir es fertig uns selbst zum größten Feind zu machen?
Der Tabak liegt am Schreibtisch, umsät von braunen Fäden, welche vor der feuchtigkeitspendenden Verpackung liegen und vor sich hin trocknen. Das kühle Papier erzeugt einen leichten Schauder und das quietschende Geräusch des Kunststofffilters lässt den Kopf zwischen meinen Schultern versinken. Meine Augen sind fixiert, fixiert auf eine fast fertig gestellte, selbst gedrehte, Zigarette. Der Filter sitzt fest und der Tabak ist gerollt. Ein prüfendes Drüberstreifen mit meinen Fingern beendet das Handwerk und ebnet die Straße für die qualmende und musizierende Kapelle des selbstverdienten Lohns.
Die Zigarette giert nach Feuer, beginnt zu glühen und warmer Rauch füllt meine Lungen.
Ich konzentriere meine Sinne auf das Atmen, schließe meine Augen, unterbreche alle Gedanken – ein Moment der Abwesenheit, ein Augenblick in Trance. Das Verlangen weicht dem Genuss!
Ein Gefühl, welches nur Raucher kennen. Ein Gefühl, welches das Aufhören so schwierig macht.
Der Tag wird kommen an welchem ich mir die „Letzte“ anstecke. Ich hoffe, dass ein schöner Morgen darauf folgt.

