„Nach uns“ ist „vor uns“

Der Urlaub war echt traumhaft und hat deswegen auch nachhaltig noch massiv Auswirkung auf meine Denkweise.

Das heißt im Klartext? Es wird, aller Voraussicht nach, noch mehrere Blogeinträge dauern, bis ich mit meinen Texten wieder in alltägliche Schreibarmut verfallen werde, doch so lange das nicht eintritt, wird es von mir eben Texte geben, welche zumindest entfernt mit jenen drei Wochen in Verbindung stehen.

 

Also spart euch Gedanken und Kommentare wie zB - „Jetzt schreibt der schon wieder vom Urlaub!“, „Wir wissen ja wo du warst, hallo, jemand zu hause?!“, „Costa Rica ist super und J.F. Kennedy wurde erschossen, jaja, wissen wir!“ und so weiter und so fort…. – denn ich werde davon schreiben, so lange und so oft ich will. Verstanden? So, und jetzt Klappe zu und interessiert weiter lesen!

 

Wenn man, einfach so - ohne den Bruchteil einer Sekunde an den allseits gehassten Stress zu verschwenden - am Strand liegt, dazu die passende Musik im Ohr hat und die Natur dabei beobachtet, wie sie ihren Gesetzen folgt, passiert es fast von allein, dass man sich in den eigenen Gedanken - seien das philosophische, grausame oder wunderschöne Gedanken - verliert.

 

Das Ganze fühlt sich dann an wie ein Wachtraum. Die Umwelt ist da, man spürt den Wind und hört die Musik, aber man ist zu fasziniert von diesem „beinahe Traum“ um ihm ein Ende zu bereiten. Während dieser Zeit ist es unmöglich selbst einen Gedanken zu fassen, wie auf einer Leinwand läuft die Vorstellung vor dem geistigen Auge ab. Detailliert, ganz nah, aber doch zu weit weg um sie zu greifen. Oft lebt man in diesem Zustand seine innersten und geheimsten Wünsche, doch sobald man sich dessen bewusst wird, holt einen die unendliche Gravitation der Realität in selbe zurück und es wird einem klar, dass man, in nahezu unfassbar unbequemer Haltung (die Sprossen und das Markenemblem des Liegestuhls haben sich bereits im Rücken eingraviert) und einem gewaltigen Sonnenbrand auf der Nase, zwar am Strand liegt, alles verpackt und wunderschön auf den Punkt gebracht mit dem Wörtchen Urlaub, aber diesen Traum von eben nicht wirklich lebt.

Ein abgrundtief grauenvolles Feeling macht sich breit, wenn man dann registriert, dass man kein Popstar, kein Literaturnobelpreisträger und die Traumfrau längst vergeben ist, obwohl man doch vor Sekunden noch minutenlange Dankesreden hielt und danach Küsse und Autogramme verteilte.

 

Nur die allerwenigsten Menschen leben ihre Träume. Warum ist das so?

Haben sie Angst davor es zu wagen? Es auszusprechen oder vielleicht sogar, daran zu denken wie es wäre wenn,… ?

Oder doch nicht? Denken sie oft daran wie es wäre wenn? Und dann? Keine Selbstkritik? Man fragt sich nicht warum man es nicht wenigstens versucht hat? Wirklich nicht?

 

Worauf warten wir? Auf das nächste Leben? Und dort angekommen Leben wir dann unsere Träume? Klar doch! Und wenn es kein nächstes Leben gibt? Dann schauen wir ganz schön blöd aus der Wäsche, findet ihr nicht? Man sollte nie vergessen, dass die Menschen sich die Götter nach ihren Vorstellungen erschaffen haben und nicht umgekehrt. Sie sind reinste Fantasie, entstanden wie „Der Herr der Ringe“ im menschlichen Geist und weitergepredigt – einzig und allein – um Machtansprüche geltend zu machen und die faulen Denker zu kontrollieren. Dafür bekommen wir heute noch sämtliche Quittungen präsentiert und darum werde ich garantiert nicht mein einziges Leben mit „warten“ verbringen. Warten „das es besser wird“ oder „irgendetwas passiert“ oder „der Himmel mich aufnimmt“ oder „doch nicht, weil ich als 13jähriger eine Packung Zigaretten stahl und das niemals gebeichtet habe und mich deshalb der unbarmherzige Höllenschlund erwartet, welcher mir Qualen bis in die Unendlichkeit bereiten wird“ - „Gott“ ist das lachhaft.

 

Als Realist sollte man davon ausgehen, dass das Leben das wir leben unsere einzige Chance ist um nach Glück und Zufriedenheit zu streben. Damit zu warten hat absolut keinen Sinn und bringt uns dem Tod nur noch näher als wir es ohnehin schon sind. Das ganze Leben darauf zu hoffen dass man irgendwann mal in den Himmel kommt ist doch absolut hirnrissig.

Was soll dort besser sein als es hier und jetzt nicht schon ist?

Lasst euch von den ständig negativen Nachrichten nicht das Gegenteil einbläuen! Hört auf damit die Zeitungen nach „tot“ zu durchforsten, tot sind wir noch lange genug! In hundert Jahren kräht kein Hahn mehr nach uns, in hundert Jahren sind wir weg, sind wir feuchte Erde aus der ein Grashalm wächst, den die Kuh vertilgt und deren Milch sich unseren Ururenkel in die Kornflakes mischen.

 

Es ist tragisch wenn Menschen sterben, aber, und so hart das klingt, ich kann nichts daran ändern, wenn in Beirut 120 Menschen bei einem Flugzeugabsturz verbrennen, es wird mein Leben und das meiner Familie nicht beeinflussen, es macht uns nur traurig und davon haben wir nichts. Ich will das nicht mehr lesen.

 

Die Frage nach dem Sinn des Lebens sollte sich auch niemand mehr stellen, da die Antwort zu eindeutig ist: Glück und Zufriedenheit für einen selbst und vielleicht noch 2 -3 Kinder die man an der eigenen Erfahrung teilhaben lässt und denen man die richtige Werte mit auf den Weg gibt, um auch ihnen ein von Zwängen befreites Leben zu ermöglichen – mehr ist das nicht.

 

Macht das was euch glücklich und zufrieden macht. Man braucht nur die Augen zu schließen und die Wachträume zeigen einem den Weg.

 

Denn eines darf man nie vergessen: Das einzig wirklich wirkungsvolle und tödliche Gift ist die Zeit und das wirkt umso schneller, je mehr man davon verschwendet.

 

 

Chisco am 27. August 2009 um 20:18 Uhr

 

Schlagwörter für diesen Artikel:

Trackbacks

    Keine Trackbacks vorhanden.

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

    Keine Kommentare vorhanden.


Kommentar schreiben


Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Geben Sie jetzt noch die dargestellte Zeichenfolge in das Feld unten ein und klicken Sie auf "Kommentar abschicken".
Hinweis: Hierfür muss die Unterstützung von Cookies in Ihrem Browser aktiviert sein.