Schafe haben kurze Beine

Es war einmal (schon wieder) ein kleiner schmächtiger und etwas streng riechender Junge. Sein Name war Hiasi. Da er so klein und schmächtig war, wurde er oft missachtet oder übersehen und darum war es sein einziger Wunsch berühmt zu werden. Zumindest so berühmt, dass Onkel Hons, der der Besitzer DES In-Wirtshauses in Hiasis Wohnort war, sich endlich seinen Namen merken konnte.

 

Eines schönen heißen Tages wurde auf der zerflederten Plakatwand am Dorfplatz ein Zettel aufgetackert, darauf war zu lesen:

 

„Ein Hund kam in die Küche und stahl dem Koch ein Ei…..ähhn….nein, falsche Geschichte….

 

Hier geht’s richtig weiter:

 

„Suche jungen Burschen, für ehrenvolle, allseits bekannte Arbeit!“

 

Da war sie also, die Gelegenheit ins Gespräch der örtlichen Tratschtanten zu kommen.

Schnell wurde ausgekundschaftet um welche Arbeit es sich dabei handelte. Alles klang sehr verlockend und nicht sonderlich schwierig – die Arbeit war zu meistern, selbst für einen hirnverbrannten und streng riechenden Primaten.

 

Promi-Status for free!! – also!

 

Der Job beschränkte sich nämlich darauf, Schafe auf die Weide zu treiben, sie dort grasen zu lassen und dabei aufzupassen, dass sie nicht in einem Wolfsschlund enden.

 

So saß der kleine Hiasi jeden Tag an der großen Eiche, passte auf die Schafe auf und trieb diese in den Stall, wenn die Dämmerung hereinbrach.

Da aber nie etwas außergewöhnliches passierte, redet auch nie jemand über Hiasi und dessen Arbeit.

 

Es dauerte nicht lange, da hatte er eine Idee.

 

Er lief in den Ort und Schrie:

„Die Wölfe kommen!! Die Wölfe kommen!“

 

Das ganze Dorf war in Aufruhr und rannte mit Hiasi auf die Weide, er genoss den Moment, in welchem ER der Mittelpunkt war, schließlich liefen alle in jene Richtung, in die der Junge zeigte. Doch als sie dann an der Eiche ankamen, war nirgends auch nur ein halber Wolf zu sehen. Enttäuscht, gingen die Dorfbewohner zurück in ihre verruchten Buden.

 

Da die Einwohner nicht die hellsten auf der Platte waren, vielen sie noch viele weitere Male auf das Geschrei von Hiasi herein – immer wieder liefen sie zur Eiche aus Angst um ihrer Weidetiere, doch jedes Mal grasten diese gelangweilt vor sich hin. Kein Wolf, kein Hund, keine Ratte, nichts – nur Schafe und selbst bei denen war kein schwarzes dabei.

 

Eines Tages, als der kleine, schmächtige und streng riechende Junge wieder an der Eiche lehnte, donnerte ein Knurren aus dem Wald und ein Rudel abgehungerter Wölfe stürzte sich wie von Sinnen auf die Herde.

Hiasi rannte wieder ins Dorf und schrie wie am Spieß den Satz mit den drei Worten, mehrmals, doch niemand schenkte ihm Beachtung – viel zu Oft hatte er seine Späße mit den Bewohnern getrieben.

Enttäuscht aber auch geläutert lief er zurück, um das Schlimmste zu verhindern, doch die Wölfe kannten keine Gnade und zerrissen sein Leib in – für jeden Wolf – gerechte Teile.

 

Also, denkt an die Wölfe, bevor ihr um ungerechtfertigte Aufmerksamkeit buhlt – Schafe haben kurze Beine – vergesst das nicht.

 

/Strange

 

PS: Diese Geschichte ist nicht neu, ich hab sie mir anhand von Gedankenfetzen erneut zusammengereimt. Für etwaige Ungereimtheiten übernehme ich keine Verantwortung!? Hä?

 

Over and out.

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Kommentare

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  1. Jockl80 schreibt:

    Servus Chisco, da fällt mir ein Witz dazu ein - LG: Es war einmal ein Schäfer, der in einer einsamen Gegend seine Schafe hütete. Plötzlich tauchte in einer großen Staubwolke ein nagelneuer Jeep Cherokee auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des Jeeps, ein junger Mann im Armani Anzug, Cerruti Schuhen, Ray Ban Sonnenbrille und einer YSL Krawatte stieg aus und fragte ihn: "Wenn ich errate, wie viele Schafe Sie haben, bekomme ich dann eins?" Der Schäfer schaute den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe, und sagte ruhig "In Ordnung". Der junge Mann parkte den Jeep, verband sein Notebook mit dem Handy, ging im Internet auf eine NASA-Seite, scannte die Gegend mit Hilfe seines GPS Satellitennavigationssystems, öffnete eine Datenbank und 60 Excel-Tabellen mit einer Unmenge Formeln. Schliesslich druckte er einen 150-seitigen Bericht auf seinem Hi-Tech Minidrucker, drehte sich zu dem Schäfer um und sagte: "Sie haben hier exakt 1586 Schafe." Der Schäfer sagte: "Das ist richtig, suchen Sie sich ein Schaf aus." Der junge Mann nahm ein Tier und lud es in den Jeep ein. Der Schäfer schaute ihm dabei zu und sagte schließlich: "Wenn ich Ihren Beruf errate, geben Sie mir das Tier dann zurück?" Der junge Mann antwortete: "Klar, warum nicht." Der Schäfer sagte daraufhin: "Sie sind ein Unternehmensberater." "Das ist richtig, woher wissen Sie das?" wollte der junge Mann verblüfft wissen. "Sehr einfach" sagte der Schäfer, "Erstens kommen Sie hierher, obwohl Sie niemand hergerufen hat, zweitens wollen Sie Bezahlung dafür haben, dass Sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiß, und drittens haben Sie keine Ahnung von dem, was ich mache. Und jetzt geben Sie mir den Schäferhund zurück."

  2. Chisco schreibt:

    @ Jockl: Herrlich! Du hast mir so eben die Mittagspause vergoldet! :-) THX!!!! an den treuen Leser Jockl80!! I hoff mir seng uns moi wieder!


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