Talkshow

Da sitzen sie also, fettes, strähniges Haar am Kopf, fünf Zähne in der Fressleiste und aufgebleichte, soft-blaue Tätowierungen am Schweinsarm die aussehen als hätten besoffene Blinde versucht die Fresken der „Sixtinischen Kapelle“ darauf nachzumalen. Darüber hinaus sind sie bewaffnet mit einem Wortschatz, dass selbst jedem Papagei, aufgrund der einfältigen Sätze, die Lust am Nachplappern vergeht. Ihr Gehirn haben sie sich längst zu Mus gesoffen und ihr Schamgefühl hat sich wohl nie wirklich entwickelt, wie auch, wenn sich sämtliche Auftritte in der Öffentlichkeit auf das „Gassi-gehen“ mit Kampfhund „Hasso“ beschränken?  

 

Ganz objektiv betrachtet sehen sie eigentlich aus als hätten sie ein Kunstwerk vollbracht. Ein ganz besonderes Kunstwerk welches ich im kommenden Satz erläutern werde.

Die beschriebenen Personen schaffen es nämlich tatsächlich, obwohl sie 24-Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr und ca. 3650 Tage in Zehn Jahren vor dem 46“ Flat-TV (mit Ambilight Ausstattung) hängen, keinen einzigen Werbespot zum Thema Duschen wahrzunehmen, nicht einen(!!), denn spätestens dann müsste ihnen doch klar werden, dass es in der Gesellschaft des modernen Menschen üblich und keineswegs verschmäht ist, sich zu waschen.

Wie es für kleine versoffene Schweinchen nämlich enden kann wenn sie sich nicht an dieses ungeschriebene Gesetz halten, hat uns Eindrucksvoll das Mittelalter bewiesen, in welchem sämtliche Krankheitskeime ihre Ära Kreisky erlebten und zu dieser Zeit Schweine, Schafe und Hühner nur stanken, weil sie bei grindigen Menschen wohnten. Einige scheinen trotzdem nichts davon aus der Grundschule mitgenommen zu haben und kratzen sich, nach Urin und Kot riechend, durch die TV-Woche. Na bitte, so spart man wenigstens Wasser und es bleibt mehr Geld für Dosenbier und Zigaretten.

 

Das erste Mal wurden sie schwanger mit dreizehn. Der selbsternannte Johnny versprach zwar „aufzupassen“, hielt sich aber nicht an die Abmachung, weil er gar nicht so genau wusste, was mit „aufpassen“ eigentlich gemeint ist. Das hört man halt so und so.

„Und so“ Viele Sätze von „ihnen“ enden mit „und so!“ oder „weiß‘su?“ oder werden am Ende eines Satzes kombiniert, was sich dann in etwa so anhört.

„Ich hab keinen Bock für dieses Kind zu zahlen und vielleicht noch Babysachen zu kaufen und so, weiß‘su?“

 

Gevögelt wurde in mitten einer Ölpfütze hinter der gestohlenen Abrissbirne in Joe’s Garage. „Ich ruf dich morgen an und so, weiß’su?“ – doch aus dem Anruf wurde nichts, weil Johnny seine horrende Telefonrechnung in der Höhe von mehreren hundert Euro, bereits seit Monaten wie einen klebrigen, von Tag zu Tag größer werdenden Schmutzball, vor sich her rollt und darum das Sätzchen „Nur Notrufe möglich“ auf seinem Handy-Display prangert.

 

„Das zahl ich nich, die können mich mal diese Assis, weiß’su?“ – sicher können sie dich mal Johnny, sie können dich mal einlochen, denn wenn sie dir nichts an materiellen Dingen nehmen können, dann nehmen sie dir deine Freiheit, du grenzdebiler Mensch. Die Führungsriege dieser Unternehmen sitzt nämlich nicht am goldenen Topf weil sie ehrenamtlich von Kugeln zerfetzte Kinderleiber im Kongo operierten, sondern weil sie die spitzesten Ellenbogen und einen Riecher für den richtigen Arsch hatten, in welchem sie sich anschließend bis zu den Fersen verkrochen.

Die Taktik Erlagscheine, Mahnungen und Exekutionsverfahren von einem Mobilfunkimperium zu ignorieren ist also nicht unbedingt empfehlenswert und verläuft vermutlich ähnlich erfolgsversprechend, wie wenn man sich dazu entschließt das Atmen einzustellen. Viel Glück trotzdem an dieser Stelle.

 

Tja, und jetzt sitzen sie da, grölen rum und werfen sich unzusammenhängende Phrasen an den Kopf.

- „Du scheiß Feministin (was hat die gute Feministin denn immer in Talkshows verloren?) fickst mit meinem besten Freund rum und so!“

– „Ey, das stimmt doch gar nicht, weiß’su? Wir haben gar nicht rumgevögelt, ich hab ihm doch nur einen geblasen, weil er bei dir keinen hochkriegt du olle Schlampe und so!“

 

Das Ganze gibt’s dann eventuell noch garniert mit Handgreiflichkeiten, Live-Verhaftungen, Live-Vaterschaftsfeststellungen – umringt vom arbeitsscheuen Publikum und einer bereits in die Jahre gekommenen Talkshow-Schnalle, zu jeder nur erdenklichen Tages- und Nachtzeit in unserem Fernsehkastl zu bestaunen.

 

Abschließend bleibt mir dazu nur noch zu sagen: „Leckts mi am Oasch!“

 

Nur wegen der Recherche hab ich die Glotze für zehn Minuten eingeschaltet und wäre daran fast zu Grunde gegangen, weiß’su? Wünsche noch einen schönen Tag und so.

Schlagwörter für diesen Artikel:

Trackbacks

    Keine Trackbacks vorhanden.

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

    Keine Kommentare vorhanden.


Kommentar schreiben


Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Geben Sie jetzt noch die dargestellte Zeichenfolge in das Feld unten ein und klicken Sie auf "Kommentar abschicken".
Hinweis: Hierfür muss die Unterstützung von Cookies in Ihrem Browser aktiviert sein.