
Romantik – Ein Augenblick
Wie einst der große Thomas Meyer möchte ich mich mit diesem Text einem Thema widmen, welches unter Frauen allgegenwärtig ist und unter Männern, wenn überhaupt, nur äußerst stiefmütterlich behandelt wird.
Nicht selten sucht er sie in ihren Träumen heim, der Gedanke an Liebesglück, in Nächten in denen sie unruhig und wach in ihren frisch bezogenen Betten liegen, in Nächten in denen sich ihre geistige Einsamkeit wie eine Schlinge um ihr kurzes Leben zieht.
„Die schlimmste Einsamkeit ist die, wenn man dabei nicht alleine ist.“
Der Partner versteht einen nicht, als ob er eine andere Sprache spräche. Man lebt nebeneinander, nicht miteinander. Man duldet sich, man liebt mechanisch, man erzwingt Romantik, doch kann man das? – Nein!
Romantik entsteht ohne Vorwarnung. Es sind Momente die man nicht vorausplanen kann. Ganz spezielle Momente, Momente die es für einen selbst in dieser Form noch nie vorher gegeben hat.
Es ist nicht romantisch unter dem Eiffelturm um die Hand einer Frau anzuhalten. Es ist nicht romantisch auf einem weißen Pferd stehend den Namen der Allerliebsten gen den kargen Hochhausbalkon zu rufen und es ist nicht romantisch den Verlobungsring in einen Kuchen zu p(b)acken und zu hoffen, dass die Auserwählte sich die Schneidezähne darauf ausbeisst. Und warum? Weil es das schon millionenfach gegeben hat und so etwas dadurch immer nur für einen der beiden überraschend und somit pseudo-romantisch ist. Doch für wahre romantische Augenblicke braucht es zwei.
Gut, es erfüllt das Klischee, es “wirkt“ vielleicht romantisch, es fühlt sich – zumindest für einen der beiden - vielleicht ein wenig romantisch an, aber es hat nichts mit der wahren und unverfälschten Romantik zu tun.
Jener, die sich nur durch die Einzigartigkeit des jeweiligen Augenblicks beschreiben lässt. Einen Augenblick der für beide so überraschend ist, wie eine Überraschung nur sein kann und den keiner auch nur ansatzweise vorher - in seiner erlebten Art und Weise - erahnen konnte.
Wie ein unerwarteter Stromschlag trifft es einen und wie ein Foto brennt sich dieser glühende Funke in die Erinnerung.
Nie wird man ihn vergessen, nie wird man ihn erneut erleben. Das eigene, persönliche Märchen in welchem man selbst als Hauptdarsteller fungiert, gespielt, vor einer unerwarteten Kulisse, alles in einem Moment der sich so vollkommen wie ein ganzes Leben anfühlt.
Sucht ihn nicht, jenen Augenblick, er wird euch finden und zwar genau dann, wenn ihr es euch am wenigsten erwartet.
;-)

